Wie wirkt die Alexander-Technik bei Rückenschmerzen?

Paul Little, Professor von der medizinischen Universität Southhampton, und Leiter der bisher größten durchgeführten Studie zur Alexander-Technik vermutet  eine Wirkung aufgrund einer:

  • Druckentlastung der Wirbelsäule
  • Begrenzung von Muskelkrämpfen
  • Stärkung der Haltemuskulatur
  • Verbesserung der Koordination und Flexibilität

 

weiters, so Paul Little, unterscheidet sich die AT aufgrund ihrer Prinzipien und Methodik von der manuellen Therapie, Rückenschule und der konventionellen Physiotherapie. 

Der Schüler lernt lebenslange Praktiken der Selbstpflege die ihm helfen Gewohnheiten, die einen ungünstigen Einfluss auf seinen Haltungstonus und seiner neuromuskulären Koordination haben, zu erkennen, verstehen und zu vermeiden. Alexander-Stunden involvieren

  • eine kontinuierliche Einschätzung der individuellen Muster des gewohnheitsmäßigen Gebrauchs der Skelettmuskulatur im Ruhezustand wie auch in der Bewegung.
  • eine besondere Beachtung der Lösung ungewollter Spannung im Kopf-, Hals- und Rückenbereich geführt durch feinen Handkontakt und verbalen Instruktionen um eine Entlastung der Wirbelsäule zu erlauben.
  • Hilfe und Feedback zur Optimierung der Skelettmuskulatur durch Handkontakt und verbalen Instruktionen im Ruhezustand und in Bewegung.
  • Das Lernen des eigenständigen Anwenden der Prinzipien im Alltag zwischen den Einheiten

Neurowissenschaft und Alexander Technik

Timothy W. Cacciatore, Neurowissenschafter am University College London, vermutet eine Veränderung des "Central Sets" durch die Alexander-Technik wobei er zu bedenken gibt dass die wissenschaftliche Basis der AT noch nicht verstanden ist. "Inhibition" und "Directions", die zwei Grundprinzipien der Alexander-Technik verwenden beide jeweils bewusste Intentionen um den Vorbereitungszustand der posturalen Bereitschaft zu verändern und so in weiterer Folge die tonische Muskelaktivität und posturale Koordination.

Ebenso ist das "Central Set" durch bewusste Intention beeinflusst wie auch durch den Kontext und verändert ebenso die tonische Muskelaktivität und die automatische Haltungskoordination.

 

Die "Directions" in diesem Sinne produzieren einen Vorbereitungszustand der eine Veränderung der einzelnen Segmente ermöglicht und so eine Veränderung des "Central Set" bewirkt.

"Inhibition" verändert wiederum die sensomotorische Erwartung und Intention in Relation zum Kontext und erreicht dadurch ebenfalls eine Veränderung des "Central Set". Mehr zu Cacciatores Arbeit hier.

"You come to learn to inhibit and to direct your activity. You learn, first, to inhibit´the habitual reaction to certain classes of stimuli, and second, to direct yourself consciously in such a way as to affect certain muscular pulls, which processes bring about a new reaction to these stimuli. Boiled down, it all comes to inhibiting a particular reaction to a given stimulus."

F.M Alexander